32 Teams treten ab Juni 2014 in Brasilien gegeneinander an, um den Titel der Weltmeisterschaft unter sich auszuspielen. In einer monatelangen Qualifikation kämpften sie sich in die acht Gruppen und wollen am 13. Juli 2014 nach dem Endspiel den Pokal in die Höhe stemmen. Doch ein objektiver Blick auf die einzelnen Gruppen und Teams zeigt schnell, dass sich nur ein Viertel der Teams berechtigte Hoffnungen machen dürfen. Für die restlichen Mannschaften gilt das Olympische Motto: Dabei sein, ist alles!

Platz 8: URUGUAY

Offensive ist Trumpf! Das gilt besonders für das Team aus Uruguay, das sein Heil wieder und wieder im Angriff sucht. Mit Luis Suarez, Diego Forlan und Edinson Cavani stehen drei potente Angreifer parat, die jede Abwehr durchwirbeln und vor allem in der Gruppenphase für Furore sorgen werden. Allerdings ist der Offensivdrang Fluch und Segen zugleich. Spätestens in der KO-Phase wird sich die angreifende Spielweise rächen. Gegen Teams, die ihrerseits eher auf Ballbesitz spielen, hat die Abwehr Uruguays das Nachsehen und wird überlaufen. Spätestens wenn Uruguay auf Italien, Spanien oder Deutschland trifft, ist das Turnier für eine der besten Offensiven beendet.

Edinson Cavani

Edinson Cavani und Luis Suarez werden gegnerische Abwehrverbände vor Probleme stellen. (Bild: Jjimmy Baikovicius/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0

Platz 7: ENGLAND

England hat sich rehabilitiert. Nachdem das Mutterland des Fußballs die letzte Endrunde der Europameisterschaft sportlich verpasste, spielt das Team von Roy Hodgson diesmal eine größere Rolle. In der Hammergruppe D mit Uruguay, Italien und Costa Rica wird ein Kampf um die ersten zwei Plätze entbrennen, bei dem mindestens ein starkes Team die Segel streichen muss. England scheint jedoch besser aufgestellt zu sein, als die Nationalmannschaft Uruguays. Besonders der Nachwuchs um Adam Lallana und Luke Shaw sorgt auf der Insel für eine Entspannung der zweifelnden Fans. Gemeinsam mit den erfahrenen Superstars Steven Gerrard, Wayne Rooney und Frank Lampard wird England in Brasilien für Furore sorgen. Spielt sich die Mannschaft einmal in einen Rausch, stoppen nur wenige Teams England.

Platz 6: NIEDERLANDE

Die Niederlande ist nicht mehr der Überflieger des Jahres 2010, als die Mannschaft erst im WM-Finale scheiterte. Viele Spieler befinden sich im Herbst ihrer Karriere und die nachrückenden Jugendspieler schaffen es noch nicht, die klaffenden Lücken zu füllen. Nigel de Jong, Rafael van der Vaart oder Michel Vorm können nicht mehr an die früheren Leistungen anknüpfen. Dennoch ist die individuelle Qualität der Mannschaft von Louis von Gaal groß genug, um sich in der Gruppe B den zweiten Platz hinter den Spaniern zu sichern. Und in den K.O.-Spielen gibt es immer noch Arjen Robben und Robin van Persie, die eine Partie auch noch in den letzten Momenten drehen können.

Platz 5: ARGENTINIEN

Argentinien steht und fällt mit Lionel Messi. Ist der beste Spieler der letzten Jahre fit und gliedert sich in das System von Trainer Alejandro Sabella ein, kann die Mannschaft fast jeden Gegner schlagen. Gerade im Offensivverbund mit Kun Agüero und Angel di Maria ist das argentinische Team grandios aufgestellt. Das starke Bild der Mannschaft wird durch die Abwehr um Javier Mascherano bestätigt. Alles andere als ein Sieg in der schwachen Gruppe F wäre eine Sensation. Allerdings könnte eine schwache Leistung von Messi für Konflikte innerhalb der Mannschaft sorgen. Unter keinen Umständen wird Sabella auf seinen Superstar verzichten und auch Messi würde sich nicht mit einem Bankplatz zufriedengeben. Nur mit einer kompletten taktischen Ausrichtung auf Lionel Messi kann Argentinien erfolgreich sein. Dann aber richtig.

Angriff Argentinien Messi

Der Erfolg Argentiniens hängt stark von Lionel Messi ab. (Bild: Andre Kiwitz/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Platz 4: ITALIEN

Das italienische Team ist alt. Im Schnitt kommt jeder Spieler auf 28 Jahren. Wer jedoch denkt, dass die Mannschaft deshalb zum alten Eisen gehört, irrt sich. Noch immer rangiert das Team von Cesare Prandelli unter den Topmannschaften weltweit. Dank einer äußerst disziplinierten Grundordnung und jeder Menge Erfahrung stellt Italien jeden Gegner vor riesige Probleme. Der Kern aus Gianluigi Buffon, Girgio Chiellini, Andrea Pirlo und Mario Balotelli könnte in jeder Mannschaft zum Stammpersonal gehören und mit El Shaarawy und Marco Verratti steht die nächste Generation bereits in den Startlöchern. Dass Prandelli bis heute auf seine alternden Kräfte vertraut, ist kein Nachteil. Kommt die Mannschaft mit dem Wetter zurecht, winkt ein Platz unter den besten Teams des Jahres.

Platz 3: BRASILIEN

Für Brasilien reicht es auch 2014 nicht zum Titel. Die Bevölkerung giert nach dem WM-Pokal und doch wird es nicht zum ganz großen Wurf reichen. Das Talent der Mannschaft ist unbestritten. Mit Neymar, Bernard, Thiago Silva oder Oscar stehen genügend junge Spieler bereit, die mit Tempodribblings und spektakulären Tricks die Gegner zur Verzweiflung treiben. Dazu ist das Team an die heißen Temperaturen gewöhnt und wird dadurch einen Vorteil besitzen. Doch am Ende fehlt dem Team an der notwendigen Konstanz. Klar ist, dass fast jeder Gegner geschlagen werden kann. Doch gerade wenn es gegen disziplinierte Gegner wie Italien oder Deutschland geht, reichen Talent und körperliche Fähigkeiten nicht mehr aus.

Platz 2: DEUTSCHLAND

Von himmelhochjauchzend zu zu Tode betrübt in wenigen Monaten. Während das Team von Joachim Löw bei der EM 2012 gefeiert und später sogar zum Topfavoriten der Buchmacher für die WM in Brasilien erklärt wurde, sieht das Bild kurz vor dem Turnierbeginn anders aus. Wichtige Eckpfeiler der Mannschaft können nach langwierigen Verletzungen nicht an ihre normale Leistung anknüpfen und immer wieder wird die Planung des Trainerteams zurück geworfen. Doch Deutschland bewies in den letzten Jahren oft genug, dass in der Mannschaft genügend Talent steckt, um bei jedem Turnier eine Rolle zu spielen. In der Gruppenphase braucht es noch keine Topleistung der Stammkräfte; hier können auch junge Rollenspieler in die Fußstapfen treten. Spätestens ab dem Achtelfinale folgt der berühmte Turniermodus, in den das deutsche Team traditionell rutscht. Sollte Joachim Löw es schaffen, Khedira, Schweinsteiger und Co langsam zu integrieren, gibt es kaum eine Mannschaft, die eine Stresssituation besser wegsteckt.

DFB-Team vor einem Spiel

Die Turniermannschaft Deutschland wird auch bei der WM 2014 erfolgreich sein. (Bild: Steindy/Wikipedia unter CC BY-SA 2.0)

Platz 1: SPANIEN

Im Spanischen Team spielt sich eine ähnliche Szene ab, wie sie die Italiener schon seit Jahren kennen. Die Mannschaft von Vicente del Bosque altert kontinuierlich und die Topspieler wie Xavi oder Iniesta benötigen immer häufiger ihre Ruhepausen. Doch an ein Ende der erfolgreichen Zeit ist dennoch nicht zu denken. Noch immer beherrscht es kein Team besser, den Gegner unter Kontrolle zu halten. Wie an einer Leine führt die Spanische Nationalmannschaft ihren Kontrahenten über das Spielfeld, lotst ihn per Passspiel nach links, rechts, vorne und hinten. Mal wird das Tempo verschleppt, mal geht es per Steilpass in den gegnerischen Strafraum. Spanien wird zusätzlich das Klima zur Seite stehen. Aus der eigenen Heimat sind die Spieler heiße Temperaturen gewöhnt und können ihren Gegner mit den vielen Kurzpässen langsam mürbe und müde spielen. Spanien ist weiterhin das Nonplusultra und wird auch der WM 2014 seinen Stempel aufdrücken.