Egal, ob am Stammtisch oder beim Expertengespräch unter Freunden: An der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien kommt man nicht vorbei. Wer jedoch nicht nur auf Standardphrasen und bereits bekannte Fachbegriffe zurückgreifen möchte, findet im ABC de Brasil einen kurzen Leitfaden, mit dem man die wichtigsten Facetten des Fußball-Turniers immer zur Hand hat. Die WM 2014 kann kommen!

Arena bis Gegenpressing
Hitze bis Neymar
Mannschaften bis Regeln
Sammelbilder bis Zeitverschiebung

Arena de Sao Paulo – Drittgrößtes Stadion der WM 2014 in Brasilien. Beeindruckt vor allem mit dem größten Bildschirm der Welt. An der Außenfassade befindet sich eine 3.400 Quadratmeter große Leinwand, die aus 34.000 LEDs entsteht. Das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2014 findet in der Arena de Sao Paulo statt.

Brasilianische Nationalmannschaft – Bei den Wettanbietern Topfavorit auf den Turniersieg. Mit einem jungen Team um Neymar, Hulk und Bernard soll vor allem die Offensive unter der brasilianischen Sonne glänzen.

Copacabana – Stadtteil Rio de Janeiros, der den berühmten vier kilometerlangen Strand beherbergt. Fußball kann am Strand auch nachts noch gespielt werden. Dafür werden extra Flutlichter angeschaltet.

Strand Brasilien

An der Copacabana spürt man das brasilianische Leben am intensivsten. (Bild: Rodrigo Soldon/Wikipedia unter CC BY 2.0)

Deutsche Nationalmannschaft – Erweiterter Favorit auf den WM-Titel in Brasilien. Die Deutsche Nationalmannschaft ließ sich ein eigenes Quartier bauen, dessen Trainingsplätze mit dem gleichen Rasen bestückt sind, die auch im Finalstadion zu finden sind.

Einrücken – Taktisches Mittel, um die ballführende Mannschaft unter Druck zu setzen. Das defensive Team verschiebt sich komplett Richtung Ball und Außenlinie, um die Passwege in die Mitte zu verdichten.

Falsche Neun – Ersetzen eines klassischen Stoßstürmers durch einen offensiven Mittelfeldspieler. Ermöglicht gegen statische Abwehrverbände schnelle Kombinationen, um vor das gegnerische Tor zu gelangen. Besonders von Deutschland und Spanien zelebriert.

Gegenpressing – Weiterführung des Einrückens. Nach dem Ballverlust attackiert die Mannschaft direkt den ballführenden Spieler. Dafür muss bereits vor dem Ballverlust eine kompakte Grundausrichtung eingenommen werden. Ziel des Gegenpressings ist die Unterbindung des gegnerischen Angriffs und die zügige Rückeroberung des Balls.

Hitze – Wird eine bedeutende Rolle während der WM 2014 in Brasilien spielen. Besonders in Manaus und Cuiabá werden zu Spitzenzeiten weit über 30 Grad Celsius und eine ungeheuer hohe Luftfeuchtigkeit erwartet. Kurze Trinkpausen sollen den Spielern dennoch ein hohes Niveau ermöglichen.

International – Die WM 2014 in Brasilien ist das mit Abstand größte Sportereignis des Jahres. Weit über 240 Länder übertragen die Weltmeisterschaft live im Fernsehen und erreichen damit mehr als eine Milliarde Menschen. Die ARD zahlte für die Übertragungsrechte in Deutschland 150 Millionen Euro.

Das berühmte Maracana Stadion

Mehr als eine Milliarde Menschen werden das Finale der WM 2014 im Maracana verfolgen. (Bild: Leandro Neumann Cuioffo/Wikipedia unter CC BY 2.0)

Jennifer Lopez – Sängerin des offiziellen WM-Songs „We Are One“. Gemeinsam mit Pitbull und Claudia Leitte wird sie das Lied zur Eröffnungsfeier performen. Damit tritt Jennifer Lopez in die Fußstapfen von Shakira, die mit „Waka Waka“ im Jahr 2010 einen Welthit landete.

K.O.-Runde – Zweite Phase des WM-Turniers. Nach der Gruppenphase treffen die Gruppenersten im Kreuzsystem auf die Gruppenzweiten der anderen Gruppen. Der Sieger des Achtelfinals zieht direkt ins Viertelfinale ein, da es sich um ein K.O.-Spiel handelt. Bis zum Endspiel zieht sich das System durch.

Lebensfreude – Karneval, Samba und Tanzen. Brasilien versprüht eine Lebensfreude, die der gemeine Mitteleuropäer in dieser Art nicht kennt. Die WM 2014 ist der perfekte Zeitpunkt, um mit Capoeira und dem Rhythmus Südamerikas in Berührung zu kommen.

Mannschaften – Insgesamt 32 Mannschaften nehmen am wichtigsten Fußballturnier des Jahres teil. Neben den etablierten Teams aus Brasilien, Spanien, England oder Deutschland finden sich auch Exoten wie Algerien, Honduras oder der Iran.

Neymar – Jungstar in Diensten des FC Barcelona. Auf Neymar ruhen die Hoffnungen der brasilianischen Gastgeber. Der Stürmer wechselte im vergangenen Sommer für 60 Millionen Euro zum spanischen Meister.

Organisation – Vorbereitungszeit Brasiliens auf die WM im eigenen Land. Angeführt wird das Organisationskomitee vom ehemaligen Weltklasse-Stürmer Ronaldo. Trotz der medialen Präsenz gab es vor allem beim Stadionbau große Probleme.

Pressing – Versuch das Spiel zu beeinflussen, ohne den Ball aktiv zu besitzen. Im Unterschied zum Gegenpressing wird das Pressing als Grundtaktik aufgezogen und nicht erst nach einem Ballverlust aktiviert.

Qualifikation – Monatelanges Turnier, bei dem die besten 32 Mannschaften für die WM 2014 in Brasilien ermittelt wurden. Brasilien als Gastgeber und Spanien als Weltmeister sind direkt qualifiziert.

Trikot Brasilien

Im Fokus: Auf den Schultern Neymars ruhen die Hoffnungen der brasilianischen Bevölkerung. (Bild: Presse Nike)

Regeln – Für die WM 2014 in Brasilien wird erstmals eine Torlinientechnik eingesetzt, um strittige Situationen direkt zu klären. Das System besteht aus sieben Hochgeschwindigkeitskameras. Befindet sich der Ball im vollen Umfang hinter der Torlinie, wird der Schiedsrichter per Signal informiert.

Sammelbilder – Sticker der Spieler werden in bunte Alben geklebt. Auf Tauschbörsen und im Internet werden die Sammelbilder eifrig gehandelt. Zuvor erhält man die Spielerbilder in Süßwaren-Packungen oder im Supermarkt.

Tiki-Taka – Spielstil der spanischen Nationalmannschaft, der jedoch auch von anderen Teams übernommen wurde. Mit hoher Passfrequenz und häufigen Rotationen im Mittelfeld und Sturm wird der Gegner mürbe gespielt. Merkmale sind hoher Ballbesitz und ein ruhiger Spielaufbau, der spontan von einem Pass in die Nahtstelle der Abwehr durchbrochen wird.

Unentschieden – Kann nur in der Gruppenphase vorkommen. Ab der KO-Runde wird sofort eine Entscheidung per Verlängerung oder Elfmeterschießen herbeigeführt.

Vuvuzela – Erfindung der WM 2010 in Südafrika. Wird in Brasilien durch die Combinho ersetzt, einem Musikinstrument, das Trommel, Rassel, Ratsche und Pfeife in sich vereint. Wird eher auf deutschen Public-Viewing-Plätzen zu finden sein als in den brasilianischen Stadien.

Wetten – Sportwetten boomen während der Weltmeisterschaft. Neben den Prognosen auf den künftigen Weltmeister sind vor allem die Ausgänge der einzelnen Spiele interessant. Wer sich ein wenig im internationalem Fußball auskennt, kann schnell etwas Geld verdienen oder mit etwas Pech viel Geld verlieren.

X Topf – Der Topf X wurde während der Auslosung benutzt, um eine der neun europäischen Mannschaften im Lostopf 4 in den Lostopf 2 wandern zu lassen. Dadurch wurde verhindert, dass es eine Gruppe mit drei europäischen Teams gibt.

Yoga – Beliebte Sportart an den Stränden der Copacabana. Wer sich nicht mit Capoeira, Fußball oder Schwimmen auskennt, kann beim Yoga entspannt seinen Körper trainieren und mit der brasilianischen Natur in Einklang kommen.

Zeitverschiebung – Die Zeitverschiebung im Sommer beträgt fünf Stunden. Beginnt ein Spiel 17 Uhr Ortszeit in Brasilien, knipsen die Fans in Deutschland um 22 Uhr den Fernseher an. Das Eröffnungsspiel beginnt in Brasilien im 17 Uhr, das Finale eine Stunde früher.

Brasil Flag

In der Gruppenphase starten einige Spiele der WM 2014 erst nach Mitternacht deutscher Zeit. (Bild: gemeinfrei/Wikipedia/Brazilian Government)