Reus am Ende des Sommers

Er hat seinen sportlich „traurigsten Sommer“ hinter sich, verriet Marco Reus im großen „Kicker“-Interview. Als er sich im WM-Vorbereitungsspiel gegen Armenien schwer verletzte, brach eine Welt zusammen. „Wenn man einen Tag vor der geplanten Abreise nach Brasilien die Hiobsbotschaft erhält, dass man nicht mitfliegen kann, ist das sehr schmerzhaft“, blickt Reus auf die ersten Juni-Wochen zurück.

Nach der Weltmeisterschaft

In der Montags-Ausgabe des „Kicker“ berichtet Reus von dem mentalen Tief, das er ohne die Hilfe von Freunden und Familie nicht überwunden hätte. Mario Götze etwa würdigte den Daheimgebliebenen nach dem Titelgewinn mit einem besonderen Gruß aus dem Finalstadion. Reus schwitzte derweil beim Physiotherapeuten. Das macht sich jetzt bezahlt. „Ich bin dem Zeitplan einen Tick voraus.“ Im BVB-Trainingslager läuft Reus schon wieder seine Runden und denkt ans Comeback: „Ich steige erst dann wieder ein, wenn ich bei 100 Prozent bin.“

Münchener Störfeuer

REUS (Bild: Eastfrisian/Wikipedia unter CC BY 3.0)

Reus im BVB-Trikot: An diesem Bild soll sich während der Saison 2014/15 nichts ändern.(Bild: Eastfrisian/Wikipedia unter CC BY 3.0)

Vor der WM galt Marco Reus als heißester deutscher Spieler. Es schien, als würde das Offensivspiel der Nationalmannschaft mit ihm Stehen und Fallen. An diesem Status hat sich während der Weltmeisterschaft nichts grundlegendes geändert. Und als solcher weckt er natürlich Begehrlichkeiten. An erster Stelle beim FC Bayern München.

Deren Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge wurde jetzt von „Sport1“ zu einem möglichen Reus-Wechsel befragt. Rummenigge blieb ruhig: „Wir warten ab.“ Er habe sich abgewöhnt im Voraus zu planen und will stattdessen abwarten, wen die Bayern brauchen. Ein richtiges Dementi klingt allerdings anders.

Langfristige Planungen

Besonders pikant: Im Vertrag von Marco Reus ist eine Ausstiegsklausel eingeflochten. Diese würde ihm im Sommer 2015 einen Wechsel für die festgeschriebene Ablösesumme von 35 Millionen Euro erlauben. Reus selbst schiebt die Spekulationen weit von sich. An die ferne Zukunft denke er nicht, verriet er „derwesten.de“.

Noch eine Spur lässiger gibt sich Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der im Interview mit der „Bild am Sonntag“ über Marco Reus sprach: „Wir versuchen, ihn langfristig an den BVB zu binden. Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen.” Die Ausstiegsklausel wolle er seinem Schützling abkaufen, sagte Watzke und erklärte weiterhin: „Wir beim BVB sind immer klar und ruhig.”