Es gibt sie tatsächlich: Fans des RB Leipzig (Bild: Werner100359/wiki unter )

Es gibt sie tatsächlich: Fans des RB Leipzig (Bild: Werner100359/Wikipedia unter CC BY 3.0)

Wohin geht die Reise?

Der junge Leipziger Verein hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Seit Mateschitz und RedBull an der Pleiße gelandet sind, ist der Verein binnen fünf Jahren von der Oberliga in die 2. Bundesliga marschiert. Nur der Anfang, meint Mateschitz. Der erklärte gegenüber „sport1.de“, rasch in die Erste aufsteigen zu wollen, um dort mittelfristig mit dem BVB und dem FC Bayern zu konkurrieren.

„Wenn wir das nicht irgendwann einmal wollten, sollten wir den Fußball besser an den Nagel hängen.“

Aber der 70-Jährige will den Erfolg nicht erzwingen. Er betont, dass solche Dinge Zeit und Konsolidierungsphasen benötigen. „Ein paar Jahre vergehen ja schnell“, sagt Mateschitz. „Aber irgendwann wird es so sein.“ Irgendwann kommt die Meisterschale in die sächsische Großstadt. Da ist sich der RedBull-Chef sicher. „Zweifel zählen nicht zu meinen ausgeprägten Charaktereigenschaften.“

Nicht nur Geld allein

Mateschitz eckt an. Bei Fans, Medien und beim Verband. Denn er und sein Leipzig-Projekt stellen den deutschen Fußball vor neue Herausforderungen. Bei keinem anderen Verein ist die Verquickung von Marke und Marketing, Logo und Lebensgefühl derart ausgeprägt wie bei RB, das je nach persönlichem Gusto für RasenBallsport oder eben RedBull stehen kann. Den Traditionalisten ist die Leipziger Entwicklung ein Dorn im Auge. Aber eine rechtliche Handhabe gegen das Treiben des Österreichers gibt es nicht.

In Leipzig reichen sich Fußball und Kommerz endgültig die Hand. Eine Zweckehe, aber wohl eine fruchtbare. Zumindest für die Region. Denn Leipzig soll zur besten Fußball-Ausbildungsstätte Ostdeutschlands werden. Dafür baut Mateschitz ein neues Trainings- und Nachwuchszentrum für 35 Millionen Euro. Die Egidius-Braun-Sportschule, in dem die Jugendauswahlen des DFB trainieren, hätte ohne seine Finanzspritze schließen müssen.

Rekord-Bruno

Mateschitz investiert gerne in die Infrastruktur. Sein Fußballimperium beschränkt sich deswegen nicht nur auf Leipzig. Als Mateschitz im Jahre 2009 den SSV Markanstädt zu RB Leipzig konvertierte, gehörten schon die Standorte Salzburg und New York zu seinem Fußball-Portfolio. Damals spielte Salzburg noch die erste Geige. Heute gilt Leipzig als das wichtigste Projekt.

Massimo Bruno ist das egal. Der belgische Angreifer wechselt auf Leihbasis intern von Leipzig nach Salzburg, um dort Spielpraxis zu sammeln. Und das, obwohl die Leipziger die Rekordsumme von neun Millionen Euro investierten, um Bruno aus Anderlecht loszueisen. Aber vielleicht kommt der italienisch-stämmige Bruno bald nach Leipzig zurück, schießt RB in die erste Liga und dann zum Meistertitel. Das wäre eine Investion in die Zukunft, ganz im Sinne seines Ösi-Arbeitgebers.