Es ist eine schöne Tradition in jedem WM-Sommer: Real Madrid kauft die großen Stars. Nach Toni Kroos gab der spanische Verein nun die zweite Verpflichtung für die neue Saison bekannt. Vom AS Monaco wechselt Mittelfeldspieler James Rodríguez in die Hauptstadt Spaniens. Die Transfersumme von 80 Millionen Euro macht den Neuzugang zu einem der wertvollsten Spieler der Welt.

In Madrid ist nach der Verkündung des Deals kurzerhand Ausnahmezustand ausgebrochen. Bei der Vorstellung der Neuzugangs strömten 35.000 Fans ins Stadion, wo der Botschafter Kolumbiens eine Rede hielt. Ein Flitzer stürmte auf den Platz und musste von Rodríguez vor dem Wachpersonal gerettet. Der ganz normale Wahnsinn in Madrid.

So könnte Rodríguez bei Real reinpassen

Bei Real Madrid setzt man große Stücke auf den Kolumbianer. Nicht umsonst wurde er mit der Rückennummer „10“ ausgestattet, die zuletzt von Mesut Özil getragen wurde.

Der Coach der Madrilenen, Carlo Ancelotti, muss nun dafür sorgen, dass Rodríguez sich im Real-System zurechtfindet. In der letzten Saison stellte der italienische Coach meistens Gareth Bale und Cristiano Ronaldo auf die Flügel. Jene Position, auf der sich auch der kolumbianische Neuzugang wohl fühlt.

Allerdings tut sich eine andere Lücke im Ancelotti-System auf. Angel di Maria, der letzte Saison noch Madrids Top-Vorlagengeber war, soll den Verein verlassen. Er hinterlässt ein Vakuum vor den Sechser-Positionen, das es zu befüllen gilt.

James_Rodríguez

In der Nationalmannschaft trug Rodríguez bei der Weltmeisterschaft die „10“ schonmal Probe. (Bild: Copa2014.gov.br/wiki unter CC BY 3.0 BR)

Der Shooting-Star der WM

Und dafür eignet sich der Kolumbianer vorzüglich. Rodríguez ist ein kompletter Spieler. Er ist schnell, technisch stark, hat immer das Auge für den Mitspieler. Wenn man eine Schwäche nennen müsste, dann wäre es wohl sein ruhiges Gemüt und die Schwäche beim Kopfballspiel.

Bei der kolumbianischen Nationalmannschaft füllte er die Rolle als offensiver Mittelfeldspieler mit Bravour aus, wurde Torschützenkönig und zum Shooting-Star der Weltmeisterschaft in Brasilien. Dort überzeugte er nicht nur durch Torgefahr sondern auch durch Mannschaftsdienlichkeit. Immer wieder ließ er sich weit zurückfallen, erkämpfte für sein Team den Ballbesitz zurück und zeigte saubere Tacklings.

Ancelotti hat es in der Hand

Natürlich wirkt der Preis von 80 Millionen Euro übertrieben hoch. Zumal Rodríguez erst bei der WM umfassendere Aufmerksamkeit zu Teil wurde.

Trotzdem könnte der Mittelfeldspieler zu einem der wichtigsten Real-Neuzugänge der letzten Jahre werden. Rodríguez ist taktisch diszipliniert, kreativ, torgefährlich, flexibel und dabei trotzdem ein echter Fußballarbeiter ohne Starallüren.

Jetzt liegt es nur an Coach Carlo Ancelotti seine neueste Waffe auch effektiv einzusetzen. Nicht, dass der Deal zu einem kostspieligen Transferflop mutiert.

10 Fakten über James Rodríguez

  • Seine Eltern hatten bei der Benennung ihres Sohnes James David Rodríguez Rubio einen bestimmten Namenspatron im Kopf: James Bond.
  • Als Kind war Rodríguez starker Stotterer und musste von einem Sprachtherapeuten behandelt werden.
  • Als seine Helden nennt Rodríguez Tsubasa Ozora, einen japanischen Comic-Fußballer, und seinen neuen Teamkollegen Cristiano Ronaldo.
  • Im Jahre 2010 wäre Rodríguez fast nach Spanien gewechselt. Doch der Deal mit Espanyol Barcelona ging nicht über die Bühne und er wechselte zum FC Porto.
  • Rodríguez ist mit Daniela Ospina verheiratet, der Schwester seines Nationalteamkollegen David. Sie haben ein gemeinsames Kind.
  • Ein kluger Spieler denkt voraus. Deswegen absolviert Rodríguez nebenbei ein Fernstudium in Kolumbien an der Univsersidad Nacional Abierta.
  • Bei seinem Engagement in Porto ging Rodríguez nebenbei unter die Gastronomen und eröffnete ein Lokal, das er bis heute führt.
  • Rodríguez‘ erste Station war der FC Envigado. Dessen Präsident Gustavo Adolfo Upegui Lopez wurden Geschäftsbeziehungen zu Kolumbiens Drogenbaron Pablo Escobar nachgesagt. In den späten 90ern musste Lopez wegen der Organisation von paramilitärischen Einheiten ins Gefängnis.
  • Nach nur einem Tag verkaufte Real Madrid bereit 50.000 Trikot mit dem James-Schriftzug auf dem Rücken.
  • James Rodríguez ist großer Basketball-Fan. Sein Lieblingsspieler, wen wunderts bei dem Namen: LeBron James.